Wenn beim Drucken etwas schiefgeht, ist die erste Reaktion meist „der Toner ist schuld“ oder umgekehrt „der Drucker ist kaputt“. In der Praxis lassen sich die meisten Probleme jedoch recht einfach diagnostizieren – selbst von Nicht-Technikern –, wenn man weiß, worauf man achten muss.
Wenn der Drucker zuvor einwandfrei funktionierte und das Problem unmittelbar nach dem Tonerwechsel begann, sprechen die Chancen eindeutig für das Verbrauchsmaterial oder dessen Einbau. In diesem Fall handelt es sich meist um ein Chip-Problem, schlechten Kontakt, eine nicht entfernte Schutzfolie oder eine Inkompatibilität aufgrund der Firmware.
Typische Anzeichen sind Meldungen wie „Toner nicht erkannt“, „Kartusche ersetzen“ oder eine vollständige Druckverweigerung, obwohl der Toner neu ist. Nur sehr selten liegt hier tatsächlich ein Defekt des Druckers vor.
Streifen, blasse Ausdrucke, Lücken oder ungleichmäßiges Schwarz deuten fast immer auf ein Problem mit dem Verbrauchsmaterial oder einem direkt damit verbundenen Bauteil hin. Niedriger Tonerstand, ungleichmäßige Pulververteilung oder eine abgenutzte Trommel führen zu solchen Ergebnissen.
Ändert sich die Qualität deutlich, wenn man den Toner leicht schüttelt oder austauscht, ist die Diagnose eindeutig: Das Problem liegt nicht am Drucker als System, sondern am Verbrauchsmaterial.
Wenn der Drucker einschaltet, den Auftrag annimmt, aber überhaupt nicht mit dem Drucken beginnt, sollte man die angezeigte Meldung prüfen. Handelt es sich um einen Verbrauchsmaterialfehler, wird dies in der Regel klar angegeben.
Erscheinen jedoch allgemeine Fehlermeldungen, kommt es zu Blockierungen oder reagiert der Drucker auf keinen Auftrag, dann deutet das Problem eher auf das Gerät selbst als auf den Toner hin.
Ein sehr hilfreiches – wenn auch nicht immer verfügbares – Diagnosekriterium ist, ob derselbe Toner in einem anderen identischen Drucker einwandfrei funktioniert. Ist dies der Fall, kann ein defekter Toner nahezu ausgeschlossen werden.
In diesem Fall liegt das Problem meist an Sensoren, Kontakten oder der Firmware des jeweiligen Druckers.
Wenn mehrere Toner ausprobiert wurden und das Problem exakt gleich bleibt, verlagert sich die Wahrscheinlichkeit eindeutig auf den Drucker. Es ist unlogisch, dass unterschiedliche Verbrauchsmaterialien dasselbe Symptom zeigen, außer es gibt einen gemeinsamen externen Faktor.
In solchen Fällen kann ein Verschleiß der Trommeleinheit, der Fixiereinheit (Fuser) oder interner Sensoren vorliegen.
Probleme, die sich allmählich verschlechtern – wie zunehmende Blässe, wiederkehrende Streifen an derselben Stelle oder ungleichmäßige Drucktemperatur – weisen auf Verschleiß von Druckerkomponenten hin.
Toner verursacht in der Regel plötzliche Symptome. Der Drucker verursacht schrittweise.
Wenn Linien oder Schatten in einem festen Abstand auf der Seite wiederkehren, handelt es sich fast immer um ein mechanisches Problem. Toner erzeugt keine exakt wiederholten Muster. Diese stammen meist von der Trommel oder der Fixiereinheit.
Dies ist eines der eindeutigsten Anzeichen dafür, dass sich das Problem nicht durch einen Tonerwechsel lösen lässt.
Wenn der Toner fast leer, alt, falsch gelagert oder qualitativ instabil ist, ist ein Austausch ein sinnvoller erster Schritt. Die Kosten sind geringer und das Ergebnis sofort sichtbar.
In vielen Fällen löst dies das Problem vollständig ohne weitere Eingriffe.
Wenn das Problem die Papierzufuhr, Startfehler, ungewöhnliche Geräusche oder eine vollständige Funktionsunfähigkeit betrifft, ist der Toner nicht der Schuldige. Das Festhalten am Austausch von Verbrauchsmaterial erhöht lediglich die Kosten ohne Nutzen.
Die Unterscheidung zwischen einem Tonerproblem und einem Druckerproblem erfordert kein technisches Wissen. Sie erfordert die Beobachtung, wann das Problem begann, wie es sich äußert und ob es sich durch den Austausch des Verbrauchsmaterials verändert.
In den meisten Fällen ist der Toner für Qualitäts- und Erkennungsprobleme verantwortlich. Der Drucker ist verantwortlich für schleichende, mechanische oder allgemeine Betriebsfehler. Wer den Unterschied kennt, spart Zeit, Geld und unnötige Rücksendungen.